Es war die beste BILAC von den Bedingungen her: Bei strahlendem Sonnenschein, ohne Wind und Wellen, wurde die 30km-lange Strecke Neuchâtel-Zihlkanal-Biel in Rekordzeiten zurückgelegt – auch von zwei Booten des RC Reuss.
Text: Roman Oberholzer, Fotos: Corinne Fischer, Lena Mandler, Susi Lustenberger, Markus Schuler, Homepage der BILAC
Die Idee der Bilac stammt aus dem Expo Jahr 2002. Der damalige Grundgedanke war, die Arteplages Neuchâtel und Biel mit einem Breitensport-Ruderregatta zu verbinden, ähnlich der Vogalonga in Venedig. Die Arteplages sind verschwunden – die BILAC ist geblieben. Sie ist zu einer eigenständigen, jährlich im September durchgeführten Veranstaltung auf den Jura-gewässern geworden und gehört zu den grössten Breitensportveranstaltungen für Ruderinnen und Ruderer, Kanutinnen und Kanuten der Schweiz.
Bei der 25. Ausgabe der BILAC gab es mit 119 Booten und total 551 Ruderinnen und Ruderer einen neuen Teilnehmerrekord. Die Teilnehmenden reisten aus der ganzen Schweiz sowie aus England, Deutschland und Frankreich an. Anlässlich ihres 25-Jahr-Jubiläums stand die BILAC im Zeichen von «Ramer en rose®», einem Programm, das Menschen mit Brustkrebs unterstützt, die wieder sportlich aktiv werden möchten. Daher hatte auch das Jubiläums-Tshirt die Farbe pink.
Für die 10 Reussler/innen begann das BILAC-Abenteuer mit dem Bootsverlad am Freitagabend davor. Nach gut einer Stunde waren die beiden Boote transportfertig auf dem Hänger, zusammen mit zwei Achterbooten vom Seeclub sowie zwei Rennbooten vom RC Rotsee. Mit Start um 5.30 Uhr am Samstagmorgen fuhr Bärti Mannschaft und Material sicher zum Startpunkt in Neuchâtel (und ebenso wieder zurück), wo uns ein herrlicher Sonnenaufgang empfing. Nach dem Anriggern hiess es Einwassern, was trotz der hohen Anzahl Boote relativ geordnet und zügig zu und her ging, da die Stadt Neuchâtel die Uferzone grosszügiger umbaute. Bei wolkenlosem Himmel und angenehmen Temperaturen gings für den gesteuerten und ungesteuerten Reuss-Fünfer unter den über 100 Booten um 9.00 Uhr mit dem Böllerschuss los. Das anfängliche Geknäuel löste sich auf dem weiten Neuenburgersee bald auf, die Mannschaften ruderten einen sauberen Streckenschlag.
Im engen Zihlkanal, der Wasserverbindung zwischen dem Neuenburger- und Bielersee, war das Steuern wieder anspruchsvoller – aber alles klappte bestens. Nach dessen Durchfahrt landete man im Bielersee, am südlichen Ende der Petersinsel, was ca. der Hälfte der Ruderstrecke entsprach – somit ein guter Zeitpunkt für eine Trink- und Essenspause sowie einen Steuerwechsel. Die restliche Strecke auf dem Bielersee lockte mit einer wunderschönen Rebberglandschaft am Ufer. Mit einem Blick auf die Uhr kam aber der ultimative Motivationsschub: Wenn wir ein klein wenig auf die Beine stehen, wäre eine Zeit unter 3 Stunden möglich. Dieses Ziel wollten wir erreichen und gaben unser Bestes … und verpassten es mit einer Zeit von 03:01:42 Stunden um lediglich knapp 2 Minuten. Mit einer Zeit von 03:10:05 Stunden kreuzte das zweite Reussboot nur knapp dahinter die Ziellinie in Biel – eine Topleistung beider Boote.
Doch zum Auswassern hiess, sich in Geduld zu üben, da für die über 100 Boote nur zwei Stege zur Verfügung standen. Steuerfrau Maribel sprang während des Wartens kurz entschlossen ins Wasser und genoss die Abkühlung. War man aber an der Reihe, gings blitzschnell: Helfer der beiden Bieler Ruderclubs lösten Ruderdollen, trugen Ruder, Boote und Gepäck weg, damit die nächsten anlanden konnten. Beni vom Seeclub als unermüdlicher Helfer fuhr den Bus samt Anhänger von Neuenburg nach Biel, so dass man gleich mit dem Bootsauflad beginnen konnte (andere Ruderclubs mussten warten, bis ihr/e Fahrer/in mit dem Shuttlebus von Biel nach Neuenburg gebracht wurde und von dort mit dem Anhänger wieder zurück nach Biel fuhr). Die Zusammenarbeit Seeclub/Reuss hat Vorteile.
Nach getaner Boots-Arbeit wartete das Salatbuffet mit Fleisch oder Gemüsespiess im Festzelt – doch auch hier hiess es, sich in Geduld zu üben: die anderen 550 Teilnehmerinnen hatten auch Hunger! Es gab aber für alle etwas, und als etliche Salatschüsseln schon leer waren, gabs das Menu zum halben Preis.
Nach den Ehrungen im Festzelt (leider wurden keine Reussler/innen auf die Bühne gerufen) genoss man am schattigen Ufer des Bielersee ein letztes Bier (alkoholfrei für den Fahrer), bevor es Richtung Luzern ging. Dort endete der gelungene BILAC-Tag um 19.00 Uhr, nach Bootsablad, Bootsputzen und Anriggern. Wer die BILAC auch mal erleben will, merke sich den 18. September 2027 vor – dann wird die 26. Ausgabe stattfinden











