Das Juli-Mondscheinrudern führte nach Merlischachen, in die dortige Badi. Neben Rudern und einem Znacht umfasste dieses Mondscheinrudern daher auch ein erholsames Bad im Vierwaldstättersee mit prächtigem Blick auf Rigi und Pilatus.

Text: Roman Oberholzer, Fotos: Roman Oberholzer, Paul Ottiger

Die Mannschaften von vier C5-Booten machten sich anfangs Juli im Reussclub für das Mondscheinrudern in die Badi Lounge Merlischachen bereit. Das Mondscheinrudern findet jeweils im Sommer an jenem Freitagabend statt, der am nächsten bei Vollmond ist. Man rudert ungefähr eine Stunde zu einem Restaurant am See, wo man Znacht isst. Gegen 21.30/22.00 Uhr bricht man wieder auf und rudert (hoffentlich) bei Vollmond zurück in den Reuss am Alpenquai.

Das Wasser war auf der ganzen Hinfahrt wellig, aber das schöne Wetter und der leicht kühlende Wind machten die Fahrt trotzdem zum Genuss. Nach Meggenhorn und Hintermeggen war die Badi Lounge Merlischachen in Sicht, auf die die Boote nun Kurs nahmen. Beim Anlanden in der Badi war man sogleich Gesprächsstoff unter den Badegästen: Was kommt denn da? Woher kommen die Ruderboote, und gleich so viele? Die Neugier der Anwesenden veranlasste, dass Ruder/innen und Badegäste sofort ins Gespräch kamen, und bei dem einen oder anderen stellte sich heraus, dass sie schon mal im Reuss waren: als Gäste bei einem Event oder bei einem Probe-Rudertraining. Die Welt ist klein!

Nachdem die Boote auf Nudeln in die Badi-Wiese gelegt wurden, setzte sich die eine Hälfte der Ruder/innen an den reservierten, langen Tisch und gönnte sich einen Apero, währenddem die andere Hälfte ein Bad im See nahm. Beides war erfrischend, und beides erlaubte den prächtigen Blick auf Rigi und Pilatus.

Nun knurrte langsam der Magen, und nach und nach bestellte man seinen Znacht: Flammkuchen, Burger, Pizza, Salat, usw. Die Schliessung der Badi Lounge gegen 22.00 Uhr bedeutete Aufbruch zur Rückfahrt nach Luzern. Wieder wurde das Einwassern von den Badegästen mit Interesse verfolgt – schliesslich waren alle vier Boote auf dem Wasser, was nicht so einfach war, da man die rotweisse Bojenkette über- oder unterqueren musste, welche den Schwimmbereich vom See abtrennte. Gemeinsam ruderte man die gleiche Strecke Merlischachen-Meggen-Meggenhorn-Luzern zurück – doch der Vollmond wollte sich nicht zeigen: Einerseits war der Mondaufgang am Freitag des Mondscheinruderns erst eine halbe Stunde vor Mitternacht, andererseits war der Himmel teilweise bewölkt. Erst auf dem Heimweg des Schreibenden beschien der Mond idyllisch den See, wie die letzte Foto beweist. Der Mond hat aber noch zwei Chancen, dem Namen "Mondscheinrudern" gerecht zu werden – Ende August findet das letzte Mondscheinrudern statt.